Quartier am Bach wird „EnergiePlus-Siedlung“

Veröffentlicht am 28.05.2020 in Gemeinderatsfraktion
 

Als in der September Sitzung des Gemeinderats der SPD-Antrag „Wiesloch wird klimaneutral bis 2040“ angenommen wurde und der Beschluss fiel, das Quartier am Bach (ehemals Wellpappe beim Schwimmbad) zu einer „EnergiePlus-Siedlung“ zu entwickeln, ahnte niemand von uns, wie schwierig und arbeitsaufwändig die Umsetzung werden würde. Das fing bereits damit an, dass es keine allgemein anerkannte Definition des Begriffs „EnergiePlus-Siedlung“ gibt. Viele Veröffentlichungen, viele Versuche, viele unterschiedliche Definitionen – aber alles nur Rechenmodelle, deren Erfolg oder Misserfolg letzlich von den zukünftigen Bewohnern abhängen. Ein Negativbeispiel sehen wir in der Bahnstadt Heidelberg, wo der Passivhausstandard durch die zwischenzeitliche Anschaffung von nicht vorgesehenen Klimageräten infrage gestellt wird.

 

Unerwartet stellte ich auch heraus, dass Klimaschutz und „EnergiePlus-Standard“ sogar entgegengesetzt wirken können. Eine Wärmeversorgung ausschließlich mit Holz ist absolut klimaneutral aber genau das Gegenteil von „EnergiePlus-Siedlung“.

So mussten sich Gemeinderat und Verwaltung in mehreren Sitzungen unter Zuziehung einschlägiger Ingenieurbüros intensiv mit der Materie beschäftigen und kamen zu dem Ergebnis, dass ein „Wieslocher EnergiePlus-Standard“ zu entwickeln ist. Zunächst wurden Energetische Standards fur künftige Neubaugebiete und Projekte der Stadtentwicklung, für die die Aufstellung eines Bebauungsplans erforderlich ist, beschlossen:

1. Erstellung eines Energiekonzepts

2. Mindestanforderung Gebäude-Energiestandards

a. Für Wohngebäude mit bis zu 4 Wohneinheiten oder weniger als 600 m² BGF:

KfW-Effizienzhauses 40 für Wohngebäude

b Für alle anderen Wohngebäude: KfW-Effizienzhaus 55 für Wohngebäude

c. Für alle Nichtwohngeba'ude: KfW—Effizienzhaus 55 für Nicht—Wohngebäude

3. Energie—Autarkiegrad von mindestens 50 %

4. Nutzung von Solarenergie auf mindestens 50 % der Gebäude-Grundflächen

Daraus abgeleitet wurden energetische Gesamtanforderungen an die Entwicklung des „Quartiers am Bach“, wobei als „Kenngröße“ der Energie-Autarkiegrad festgelegt wurde. Die SPD-Fraktion begrüßt die Einmütigkeit, mit der man im Gemeinderat zu dieser Lösung kam, es ist ein anspruchsvoller, an die Grenzen des derzeit technisch und wirtschaftlich machbaren gehendes Konzept, das aber konsequent den Zielen des Klimaschutzes und der Energieeinsparung dient.

 

 

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