Insektensterben – die schleichende Katastrophe

Veröffentlicht am 06.11.2017 in Ortsverein
 

V.l.n.r: Gerd Schneider, Jochen Filsinger, Dr. Andrea Schröder-Ritzrau, Dr. Christoph Aly, Achim Zimmerer

Die SPD Walldorf hat sich in einer weiteren Veranstaltung der Reihe “Walldorf im Dialog“ einem ökologisch brisanten Thema gewidmet. Knapp 60 Interessierte waren der Einladung gefolgt. Unter dem Titel “Ohne Bienen bleibt der Obstkorb leer“ wolle man sich dem komplexen, lange bekannten, auf Artenebene zum Teil intensiv untersuchten Thema Insektensterben widmen, so die Ortsvereinsvorsitzende Dr. Andrea Schröder-Ritzrau in ihren Begrüßungsworten. Walldorf im Dialog greife gesellschaftspolitische Themen auf, um sie parteiübergreifend zu diskutieren.

Die Anregung zu diesem Thema sei vom Mitgliederbeauftragter, Gerd Schneider ausgegangen, dem es auch gelungen sei den Bio Obstbauern Jochen Filsinger aus Baiertal, den Bioimker Achim Zimmerer aus dem Kraichgau und den Biologen und Vorsitzenden des NABU Wiesloch Dr. Christoph Aly für diesen Informationsabend zu gewinnen.

Das Insektensterben ist eine Umweltkatastrophe, die derzeit in der überregionalen und regionalen Presse viel Aufmerksamkeit genießt; wohl auch wegen der neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse, die zeigen, dass es dramatischer aussieht als weitläufig befürchtet. Wenn die Ergebnisse der Wissenschaftler um Hallmann, jüngst in PLOS ONE veröffentlicht, generell anwendbar sind, worauf vieles hindeutet, hat sich die Biomasse der fliegenden Insekten in den vergangenen 27 Jahren auf ein Fünftel des Aufkommens zu 1989 reduziert, so Schröder-Ritzrau.

Im Lauf des Abends gaben alle drei Fachmänner aus ihrer Perspektive einen Impuls zum Thema. Der Bioimker Achim Zimmerer konnte sehr anschaulich, durch Videomaterial dokumentiert, sein tägliche Arbeit aufzeigen. Jochen Filsinger, überzeugter Bio-Obstbauer, brauchte den Zuhörern die Herausforderungen des Bioanbaus näher und erklärte z.B. dass gegen Schädlinge nicht unbedingt die “Chemiekeule“ hilft und man das eine oder andere Kraut hier nutzbar und ökologisch richtig einsetzen kann. Dr. Christoph Aly hatte sich vorgenommen einen Überblick über die biologische Bedeutung von Insekten und die negative Entwicklung in Bezug auf Populationen und Artenvielfalt der letzten Jahrzehnte aufzuzeigen. “Sie sind Alleskönner und sind in den Nahrungsnetzen von zentraler Bedeutung”, schwärmte der promovierte Entomologe (Insektenforscher). Er nannte auch die Hauptgründe für den Insektenrückgang: Lebensraumverlust durch Versieglung und Bebauung, Lichtverschmutzung, Intensivierung und damit Monotonisierung in der Landwirtschaft, Verlust von Randstrukturen und natürlich auch Überdüngung und Vergiftung durch z.B. die systemisch wirkenden Neonicotinode. Deutlich wurde, dass Insektensterben eine Gefahr für unsere Nahrungsgrundlage und das gesamte Ökosystem ist, aber nicht entsprechend konsequent Gegenmaßnahmen erfolgen.

 

Während einer kurzen Pause gab es Möglichkeit sich mit Bioapfelsaft zu erfrischen, Biohonig zu kaufen oder auch durch den Büchertisch von Buchhandlung Dörner zu stöbern, die viel Interessantes zum Thema anboten.

In der angeregten Diskussion äußerten Zuhörer sowohl ihren Ärger von der Politik als Verbraucher überfordert und allein gelassen zu werden, nicht zu wissen, z.B. welche Produkte wirklich ökologisch empfehlenswert seien. Es gab aber auch unkonventionelle Vorschläge das Thema in den Fokus zu rücken – z.B. einen Krimi über das Thema zu drehen um Aufmerksamkeit zu erregen. Persönlich kann man auch etwas tun, z.B. den eigenen Garten oder Balkon bienenfreundlich gestalten und biologisch erzeugte Lebensmittel kaufen. Natürlich hilft es, sich auch ganz persönlich zu Wort zu melden indem man sich an Anti-Pestizid-Kampagnen beteiligt und für die Agrawende einsetzt.

In ihrem Schlusswort stellte Schröder-Ritzrau klar, dass man sich auf kommunaler Ebene in Walldorf bereits für die insektenfreundliche Pflege des öffentlichen Grüns einsetze und mit den Wiesenstreifen, Feldholzinseln und ähnlichem nicht nur für die Insektenvielfalt viel tue. Das Vorsorgeprinzip muss deutlich ausgebaut werden. Die SPD Walldorf werde den SPD Kreisverband und die Landtagsfraktion ebenfalls auffordern sich für die giftfreie Bewirtschaftung des öffentlichen Landeigentums einzusetzen, Verbraucherinformation deutlich zu verbessern und ermuntert Vertreter anderer Parteien, die auch anwesend waren, Forderungen an die Politik zu adressieren.

 

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Am Samstag habe ich bekanntgegeben, dass ich als Landesvorsitzender der SPD Baden-Württemberg kandidiere. Dieser Schritt ist notwendig. Die Lage ist zu ernst, um darum herumzureden: Die SPD droht in Baden-Württemberg bedeutungslos zu werden. Wir müssen jetzt das Ruder herumreißen. Meine Kandidatur ist ein Angebot an die ganze Partei. Ich rufe alle auf, dabei mitzuhelfen, die SPD Baden-Württemberg wieder in die Offensive zu bringen und sie zu einer Landespartei zu machen, die strategisch

AKTUELLES AUS DEM LAND

12.11.2018 16:40
Mitgliederbefragung läuft!.
Leni Breymaier und Lars Castellucci, die beiden Kandidierenden um den Landesvorsitz, haben sich inzwischen in vier Regionalkonferenzen und weiteren Veranstaltungen vor Ort den Fragen der Parteibasis gestellt. Noch bis zum 19. November können die über 36.000 SPD-Mitglieder im Südwesten abstimmen, wer künftig die SPD im Land anführen soll.

Alle Infos zum Mitgliederentscheid.

Die SPD-Landesvorsitzende Leni Breymaier hat die heute Abend bekannt gewordenen Vorwürfe illegaler Parteienfinanzierung gegen die AfD als "ganz offensichtliche, schwere Korrumpierung" bezeichnet.

"Dieser Sumpf muss umgehend und vollständig ausgetrocknet werden", betonte Breymaier. "Schon jetzt ist klar: Trotz ihres moralinsauren Getues hat Frau Weidel das letzte Restchen an persönlicher Glaubwürdigkeit verloren. Die Strenge, die sie so gern als Monstranz vor sich herträgt, sollte sie nun selbst beherzigen und als Fraktionsvorsitzende der AfD zurücktreten - und besser ganz auf ihr Mandat verzichten."

Bei einem Treffen mit einer Elterninitiative, die sich für eine Rückkehr zum neunjährigen Gymnasium stark macht, hat SPD-Generalsekretärin Luisa Boos ihre grundsätzliche Unterstützung für diesen Vorstoß zugesagt. Die Petition der Elterninitiative für das G9 haben bereits 31.744 Personen unterzeichnet.

Boos erklärte, sie trete dafür ein, das Angebot auszubauen, in neun Jahren zum Abitur zu kommen. "Die Möglichkeit zwischen G8 und G9 wählen zu können, trägt den Wünschen von Schülern, Eltern und Lehrern Rechnung", sagte die Generalsekretärin beim Treffen in Stuttgart. "Die SPD steht zur Gemeinschaftsschule. Unser Ziel muss es sein, dass alle Kinder und Eltern zwischen G8 und G9 wählen können. Diese Wahlfreiheit muss sowohl über verschiedene Schularten - wie der Gemeinschaftsschule und den beruflichen Gymnasien - als auch am allgemeinbildenden Gymnasium gewährleistet sein."

 

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