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SPD Wiesloch

Wieslocher Wirtschaftspolitik braucht einen Innovationsruck

Veröffentlicht am 31.03.2014 in Wahlen
 

Die Entwicklung der Innenstadt Wieslochs stagniert. Nicht nur der Leerstand des ehemaligen Kaufhauses Dannheimer, auch die eine oder andere unschöne Ecke stehen äußerlich für diesen Zustand. Trotzdem tut sich wenig, weil der Plan und die Vision für das Ganze fehlen. Dabei ist es nur Wenig, was geändert werden müsste. Der Wieslocher Einzelhandel kann sein Angebot sehen lassen das bestätigen immer wieder gerade Besucher von auswärts. Die städtische Wirtschaftsförderung tut mit einem Minibudget ihr Bestes, oft wird dem Einzelnen, der neu eröffnet unbürokratisch und ohne langes Reden geholfen wie es eben sein soll. Das wird in der Öffentlichkeit kaum gesehen weil es eben nur den Einzelnen betrifft.

Wiesloch hat mit seinem Unternehmerstammtisch, und drei Unternehmensverbänden ein funktionierendes Netzwerk der Unternehmer untereinander. Der Stadtmarketing e.V. legt wohlgemerkt ehrenamtlich eine enorme Kraft an den Tag. Kaum eine Stadt der Größe wie Wiesloch dürfte auf eine solche Vielzahl von Festen, zu erwähnen ist nur das Stadtfest und verkaufsoffenen Sonntagen usw. kommen.

Dennoch hören wir von den Einzelhändlern auch weniger erfreuliche Nachrichten, insbesondere was die Kundenfrequenz und die Umsätze angeht. Der empfindliche Gesamtorganismus Einzelhandel verkraftet keinen weiteren Aderlass durch Schließungen. Jeder weiß, dass das einzelne Geschäft nur im Orchester aller überlebensfähig ist. Nur wegen eines Geschäfts kommt keiner nach Wiesloch.

Mehr als früher muss das Gesamtkonzept und das Einkaufserlebnis in der Stadt in den Vordergrund gerückt werden. Aus diesem Grund muss gegengesteuert werden, zu betonen ist, dass kein Grund zur Panik besteht und v.a. der Standort nicht schlecht geredet werden darf. Wir müssen uns nur zukunftsfest und zukunftsfit machen, jetzt die eine oder andere Stellschraube drehen, auch wenn es unbequem ist und nicht warten bis schmerzhafte Eingriffe notwendig werden.

Nicht zuletzt geht es um Arbeitsplätze vor Ort. Was ist zu tun ?

  • Wir brauchen die Solidarität der Wieslocher mit ihrem Einzelhandel, „buy local“ und „support your local dealer“ sind das Motto. Also: die Wertschätzung mit dem Einkauf beim Einzelhändler vor Ort, den man kennt, der einen berät und dessen Mitarbeiter man schätzt und schützt – das muss in die Köpfe der Bevölkerung. Dazu braucht es ein gutes Werbekonzept, das kurze Wege, neue Ideen wir Hol- und Bringservice für diejenigen, die Verkehr vermeiden und das Auto stehen lassen umsetzt.

  • Wir brauchen ein Innenstadtmarketing, das eine verbindende Klammer darstellt und Kaufkraft in erster Linie aus der unmittelbaren Umgebung, für die Wiesloch immer Mittelzentrum war, aber auch aus der weiteren Umgebung anlockt und anwirbt. Dazu sind die Events wie das Stadtfest eine gute Gelegenheit. Wir brauchen aber hier noch mehr an Angebot: ein Weihnachtsmarkt, der über drei oder vier Wochen auch Weihnachtsstimmung erzeugt und der Profis wie Vereine verbindet. Der Charme unseres bisherigen Konzepts mit ehrenamtlicher Leistung und den Vereinen als Sympathieträgern muss verbunden werden mit einem zeitgemäßen Angebot zum einen aus Kunsthandwerk aber auch aus Kultur, Unterhaltung und Gastronomie. Hier wie überall gilt: das diskussionsfreudige Wiesloch kann um den richtigen Weg ringen, es muss aber eben am Ende ein Konzept herauskommen, das dann von allen getragen wird, auch wenn sie die eigenen Interessen nicht vollständig umgesetzt sehen.

Wenn Wiesloch sich dauerhaft im Gespräch und im Blickfeld der Kunden halten will müssen wir möglicherweise noch zulegen: Es fehlt ein großes Kulturereignis wie ein Open-Air-Wochenende ebenso wie die allerorts zu findenden Marathonevents. Wie es geht machen uns die örtlichen Banken und Sportvereine ja vor. Das muss aber noch von einer viel breiteren Öffentlichkeit getragen werden. Erst wenn solche Events auch Volksfestcharakter bekommen, kommen Besucher auch gezielt, bleiben länger, kaufen ein, übernachten und bringen damit die gewünschte Frequenz und den Umsatz für den Einzelhandel und die Gastronomie.

  • Wir brauchen eine bessere Bindung der Besucher, die wir schon haben: Geschäftskunden, Besucher, die bei uns übernachten müssen vom Einzelhand und der Gastronomie besser angesprochen werden. Auch hier geht mehr: Wiesloch muss sich nicht zum Erholungs- oder Urlaubsort stilisieren, aber Tourismus hat auch andere Dimensionen: Besucher von Veranstaltungen in der Umgebung übernachten auch in Wiesloch. Sie mit einem attraktiven Angebot zu binden und neben dem Kongress in Mannheim ein Wochenendprogramm, Freizeitmöglichkeiten usw. zu animieren eben noch einen oder zwei Tage in Wiesloch dranzuhängen, bringt wiederum Frequenz und Umsatz.

  • Wir brauchen eine Verbesserung der Infrastruktur, die wir haben mit möglichst effektivem Mitteleinsatz. Wenn das Parken tatsächlich ein Problem ist, dann können wir das mit einer effizienteren Ressourcennutzung z.B. des Cityparkhauses beim Palatin angehen. Wir brauchen keine Verlängerung der Fußgängerzone nach Süden, die Untere Hauptstraße muss aber besser angebunden werden, sie muss aufgewertet und ihrer Funktion als Spange auch für Fußgänger besser erfüllen können. Dafür müssen wir den einen oder anderen Parkplatz opfern, aber wie vor Jahrzehnten bei der Fußgängerzone ist das eine Investition und kein Nachteil.

  • Wir brauchen Mut zu Investitionen und Risiko. Ohne einen Beitrag der Allgemeinheit zur Gestaltung von Infrastruktur und Umfeld wird es nicht gehen. Wenn wir das als Investition in die Zukunft verstehen und uns eine attraktive Innenstadt und die Arbeitsplätze etwas wert sind, wird der Aufwand eine Selbstverständlichkeit. Dieser wird sich aber auszahlen und ist nicht verloren.

  • Wir brauchen neue Wege, ein Angebot ist die Einrichtung eines Innerstädtischen Geschäftsbezirks – Business Improvement District kurz: BID. Hier werden Eigentümer der Immobilien und Geschäftsleute an einen Tisch geholt und finanzieren gemeinsam etwas was beide angeht und beiden nutzt: die Verbesserung des Bezirks z.B. durch gemeinsames Auftreten, gemeinsame Werbe- oder Verschönerungsmaßnahmen.

  • Gewerbeansiedlung: Auch hier gilt es zunächst einmal sein Ziel zu formulieren. Was oder wen wollen wir anlocken. Am Bahnhof kann man nicht Produktion neben Hotel und Dienstleistung ansiedeln. Das bestätigt uns der Projektentwickler. Aber auch auf anderen Flächen wie der sich neu ergebenden für Gewerbenutzung am Anschluss Süd ( Südwest-Ohr des kommenden Kleeblatts an der Kreuzung B3 – L723 ). Warum nicht einmal neue Wege gehen: IT-Branche macht Walldorf, Biotechnologie macht Heidelberg. Warum trauen wir uns nicht als Smarte City Gewerbe anzusprechen, das sich im weitesten Sinne mit Energieeffizienz und anderen smarten Technologien und damit verbundenen Dienstleistungen beschäftigt, anzusprechen?

Michael Weimer
Stadtrat SPD

 

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BIWU

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