Chance für sozialen Wohnungsbau und bezahlbaren Wohnraum

Veröffentlicht am 24.02.2017 in Gemeinderatsfraktion
 

Städtebauliche Entwicklung im Bereich PZN Gärtnereigelände

Wir begleiten die gesamte Entwicklung dieses möglichen Baugebietes von Anfang an. Nachdem im Frühjahr 2015 die Pläne des PZN im Gemeinderat vorgestellt wurden, auf dem PZN-Gelände ein Baugebiet für Wiesloch zu entwickeln, stimmten alle Fraktionen dem zu

Die SPD-Fraktion hat schon in früheren Jahren  deutlich darauf hingewiesen, dass wir dort Chancen für ein Wieslocher  Neubaugebiet sehen.

Die Interessen des PZN wurden im Frühjahr 2015 klar genannt: Das PZN wird ein großes Grundstück zur Bebauung verkaufen, um mit dem erzielten Erlös seine Aufgaben innerhalb des PZN Geländes finanzieren zu können: Bestehende Stationen und Häuser zu sanieren, den laufenden Betrieb zu erhalten und auszubauen.

In den weiteren Sitzungen des AK Grundstücksentwicklung PZN/Gärtnerei wurde dann  klar, dass  neben den anfänglich genannten 5,5 ha Fläche weitere Flächen hinzugezogen werden könnten.

Die Bodenuntersuchungen im Hinblick auf den früheren Bergbau und vorhandene Stollen waren notwendig und wurden von einer Spezialfirma durchgeführt. Das Ergebnis: Es sind Lochbohrungen und Verdichtungen des Untergrundes in der gesamten angedachten Fläche durchzuführen, um die darunterliegenden Hohlräume zu verfüllen, damit die gesamte Fläche bebaubar ist: Kosten ca. 3  Mio Euro!

Da weder das PZN in der Lage ist, hier finanziell in Vorleistung zu treten (das PZN darf dies auch gar nicht), noch die Stadt Wiesloch einspringen könnte, muss also zum jetzigen Zeitpunkt bereits ein Investor mit ins Boot geholt werden, um diese Summe zu finanzieren. Diesem muss ein wirtschaftlicher Rahmenplan angeboten werden können.

Deshalb bittet die Verwaltung in der in der heutigen Sitzung  um Zustimmung zu dieser städtebaulichen Entwicklung, damit das  Vorhaben weitergeführt werden kann.

Die SPD-Fraktion achtet sehr darauf, dass bei künftigen Bebauungen in unserer Stadt preiswerter und sozialer Wohnbau Berücksichtigung finden.

Deshalb haben wir  in der Novembersitzung unseren Antrag eines „Wieslocher Innenstadtentwicklungsmodells“ (WIM) eingebracht und diesem wurde mehrheitlich zugestimmt.

Die Forderungen dieses Antrages wollen wir bei allen zukünftigen Baugebieten in unserer Stadt berücksichtigt sehen.

 Wir erwarten im Gebiet PZN/Gärtnerei eine sozial gemischte Bevölkerungsstruktur.

Das heißt, dort kann eine Mixtur der Bebauung stattfinden, Einzelhäuser, Reihenhäuser und auch Geschossbau.

Wir brauchen auf dem PZN/Gärtnerei-Gelände kein exklusives Wohngebiet, mit sehr großen Grundstücken und Villencharakter, das sich nur Wohlhabende leisten können.

Wir stimmen dem Zielkorridor von 80 – 120 Einwohner pro hektar aus drei Überlegungen zu.

  1. Für die Schwere des Eingriffs in die Natur ist in erster Linie die Gesamtfläche entscheidend, nicht die Einwohnerdichte.
  2. Flächensparendes Bauen und insbesondere preiswertes Bauen erfordert unabwendbar höhere Einwohnerdichten.
  3. Wenn man überall in der Stadt Nachverdichtung propagiert, um die Erschließung neuer Flächen zu reduzieren, muss man auch bei Neubauflächen höhere Einwohnerdichten als bisher in Kauf nehmen. Dass Geschosswohnungen in Wiesloch nachgefragt sind zeigen die erfolgreichen Projekte der städtischen Wohnungsbaugesellschaft in der Güterstraße und auf dem ehemaligen Postgelände ebenso wie die zahlreichen privaten Baumaßnahmen etwa im Bereich Gartenstraße oder westlich Zufahrt.

Wichtig ist uns auch, im weiteren Verfahren zeitnah zu prüfen und zu untersuchen, ob dort zumindest in einem Teilgebiet ein verkehrsfreier Bereich zu realisieren ist. Viele andere neue Bauplanungen verfolgen auch diese Richtung.

Aus den genannten Gründen können wir der Vorlage mit den genannten Eckdaten zustimmen, werden aber im weiteren Verlauf der Entwicklung genau darauf achten, dass dort sozialer Wohnungsbau und preiswertes Wohnen gewährleistet sein wird.

Bei der Dichte der Bebauung kommen wir dem PZN entgegen. Haben aber nichts dagegen, wenn das Maximum hierbei deutlich unterschritten wird.

Zusammenfassend:

Die SPD-Fraktion stimmt heute der Vorlage zum weiteren Vorgehen bei der städtebaulichen Entwicklung im PZN/Gärtnereigelände mit den genannten Eckwerten zu, bei Beachtung unserer formulierten Bedingungen.

 

Martin Schulz

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