AfB wählt in Walldorf: Bildungslandschaft wird bunter – für länger gemeinsames Lernen

Veröffentlicht am 10.06.2011 in Arbeitsgemeinschaften
 

Walldorf. Die SPD-Bildungsexperten aus dem Rhein-Neckar-Kreis und Heidelberg trafen sich zu ihrer Hauptversammlung. Bei seiner Begrüßung sprach der Vorsitzende der Parteiarbeitsgemeinschaft Norbert Theobald von „einer großen Chance nach längst überfälligem Regierungswechsel“. Er bedauerte sehr, dass die Bildungsspezialistin Dr. Anke Schuster in Heidelberg den Einzug ins Landesparlament verpasst hat, freute sich aber gleichzeitig über einen SPD-Abgeordneten mehr im Rhein-Neckar-Kreis. „Thomas Funk wird sich als Innenpolitiker auch mit Medienpädagogik beschäftigen - ein wichtiges bildungspolitisches Thema im Internetzeitalter.“

Gerhard Kleinbäck, Landtagsabgeordneter und von Beruf Schulleiter, hält an diesem Abend ein Kurzreferat über die bisherigen Entwicklungen im Kultusministerium. Der Ladenburger deutet an, dass es demnächst eine „personelle Übersicht“ geben werde, damit die „Menschen sehen, wer was im Ministerium macht“. Es gelte jetzt, die Regierungsmannschaft gut aufzustellen und neue Entwicklungen in der Schulpolitik „den Menschen richtig zu erklären“. Die neue Kultusministerin Gabi Warminski- Leitheußer arbeite sich zurzeit „durch die Strukturen“ und wolle zuerst einmal auf Abteilungsleiterebene kein Personal austauschen. Aber eins sei klar, die Bildungsqualität müsse gesteigert werden und somit zusätzliche Lehrerstellen geschaffen werden. Wie angekündigt, bleibe die Hälfte der Lehrerstellen erhalten, die die Mappus- Regierung noch hätte streichen wollen. Die nächste Aufgabe müsse sein, die Eckpunkte des Handelns „gut zu kommunizieren“. Der Koalitionsvertrag enthalte viel „Lyrik“, so der Abgeordnete. „Hier müssen wir erklären, was wir genau ändern wollen“, so Kleinböck. Das Thema Gemeinschaftsschule solle im Fokus der nächsten fünf Jahre stehen. „An unserer Bildungskompetenz und Politik wird die SPD nach der Legislaturperiode gemessen“, so der Abgeordnete.

Der AfB-Vorsitzende Norbert Theobald aus Heidelberg zitiert noch einmal aus dem Koalitionsvertrag und macht deutlich, dass die Kommunen, die sich für Gemeinschaftsschulen entscheiden, auch intensiv begleitet würden. „Wir müssen Pilotstandorte suchen, begleiten und ihre Arbeit kommunizieren“, so Theobald. Aber er deutet auch an, dass nur Ganztagsschulen mit guten pädagogischen Konzepten die gesellschaftlichen Erfolge „einspielen“ würden. „Unsere Regierung muss sich ihren Zielen auch finanziell stellen und Prioritäten setzen“, so der Vorsitzende. Er fordert die Bildungspolitiker zum Dialog mit Lehrern und Eltern auf. Alle müssten sich konstruktiv beteiligen. Regierungspräsidien, Schulämter und zuständige kommunale Ämter sollten sich von Anfang an „an die neue Reise in unsere Bildungswelt“ beteiligen.

Die Kreisrätin Renate Schmidt sieht eine einmalige Chance, einschneidende Veränderungen im Betreuungs-, Bildungs- und Schulsystem zu bewirken. „Wir müssen unsere Leitlinien setzen und vertreten. Unser seit Jahrzehnten stark separierendes Schulsystem muss integrierender werden“ so Schmidt. Die Gemeinderätin aus Walldorf Dr. Andrea Schröder-Ritzrau warnt vor allzu viel Euphorie: „Das ist ein richtiges und hohes Ziel. Bewertet werden wir aber und bewerten werden wir uns vor allem selbst an unseren Ergebnissen“, sagt Sie zum Abschluss.

Der Vorstand der SPD Arbeitsgemeinschaft für Bildung setzt sich künftig wie folgt zusammen:

Vorsitzender: Norbert Theobald, Heidelberg
stellv. Vorsitzende: Renate Schmidt, Eppelheim
Beisitzerin: Andrea Schröder-Ritzrau, Walldorf
Beisitzerin: Marlen Pankonin, Heidelberg
Beisitzer: Rüdiger Kolb, Wiesloch

Bild: Andrea Schröder-Ritzrau, Rüdiger Kolb, Renate Schmidt, Norbert Theobald, Marlen Pankonin

 

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Der SPD-Landesvorsitzende Andreas Stoch erklärt zur Zulassung des Volksbegehrens Artenschutz:

"Die Landesregierung konnte es sich schlichtweg nicht leisten, auch das zweite Volksbegehren innerhalb kürzester Zeit mit vorgeschobenen juristischen Argumenten scheitern zu lassen. Im Übrigen erstaunt es doch sehr, dass nach acht Jahren mit grünem Ministerpräsidenten und grünem Umweltminister die Bürger keinen anderen Weg sehen, als über ein Volksbegehren mehr Arten- und Naturschutz für Baden-Württemberg durchzusetzen.

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SPD-Generalsekretär Sascha Binder hat die heutige Wahl von Susanne Eisenmann zur Spitzenkandidatin der CDU als "ziemlich unglaubwürdigen Auftritt" bezeichnet.

"Frau Eisenmann gibt sich gerne entschlossen und energisch, auch heute wieder. Aber je näher man ihr politisch kommt, desto kleiner wird alles", so Binder. "Tatsache ist doch: In den letzten drei Jahren hat sie als Kultusministerin rein gar nichts auf den Weg gebracht - im Gegenteil: Sie hat jede eigene Überzeugung geopfert, um sich dem stockkonservativen Parteiflügel anzudienen. Insofern hat die CDU heute eine Scheinriesin als Spitzenkandidatin aufgestellt."

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Die Betonung des "christlichen Menschenbilds" als Grundlage ihrer Politik sei jedenfalls in vielerlei Hinsicht "mehr als zweifelhaft", so der SPD-General. "Ich frage mich, wie jemand ohne innere Überzeugungen Baden-Württemberg sicher und glaubwürdig in die Zukunft führen will."

Stoch: "Wir sind gespannt, ob die Herren Kretschmann und Strobl auch dieses Volksbegehren ablehnen oder ob sie sich politisch damit auseinandersetzen"

Die SPD Baden-Württemberg befürwortet das Volksbegehren "Artenschutz - Rettet die Bienen", das am heutigen Freitagnachmittag beim Innenministerium eingereicht wird. "Im Gegensatz zu dem grün-schwarzen Herumlavieren unterstützen wir das Volksbegehren ausdrücklich - und zwar offiziell als Bündnispartner", bemerkte dazu der SPD-Landesvorsitzende Andreas Stoch.

"Insbesondere die deutliche Erhöhung des Ökolandbaus und die Reduzierung der Pflanzenschutzmittel in der gesamten Landwirtschaft sind wichtig und müssen im Fokus einer nachhaltigen Artenschutzpolitik stehen. Hier hat Baden-Württemberg noch deutlichen Nachholbedarf." Mit Blick auf das von der Landesregierung rechtlich ausgebremste Volksbegehren für gebührenfreie Kitas erklärte Stoch: "Wir sind gespannt, ob die Herren Kretschmann und Strobl auch dieses Volksbegehren ablehnen oder ob sie sich politisch damit auseinandersetzen. Die Bienenstöcke in der Villa Reitzenstein reichen für eine glaubwürdige Umweltpolitik jedenfalls nicht aus."

 

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