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Deutsch-Deutsches Zusammenwachsen braucht mehr gegenseitigen Respekt und Anerkennung von Lebensleistung Walldorf

Die SPD Ortsvereine Walldorf, Wiesloch, Baiertal und Schatthausen hatten mit dem Verein “Gegen Vergessen - für Demokratie e.V.“ zum Gesprächsabend 30 Jahre Deutsch-Deutsches kulturelles Zusammenwachsen in die Laurentius Kapelle eingeladen. Der 14- jährige Eric Haspel, Sohn der SPD Gemeinderätin Petra Wahl umrahmte den Abend musikalisch und spielte zum Auftakt „Oktober“ von Tschaikowsky. Prof. Gert Weisskirchen und die Ortsvereinsvorsitzende Dr. Andrea Schröder-Ritzrau begrüßten für die Einladenden.

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v.l.n.r: Andrea Schröder-Ritzrau, Gert Weisskirchen, Iris Gleicke, Anke Schroth, Elfriede Imbeck und Marianne Kammer

Demokratie e.V.“ und war von 1990 bis 2017 SPD-Bundestagsabgeordnete für den Wahlkreis 197, in dem auch Walldorf-Werra, die Partnerstadt der Astorstadt liegt. Sie hat Bauingenieurin in Gotha studiert und musste nach der Wende wie viele Ostdeutsche etliche Jahre, in ihrem Fall vier, auf die Berufsanerkennung warten. Das Berufsanerkennungsverfahren war ein Routineprozess, der bei vielen Ostdeutschen, als Demütigung wahrgenommen worden sei, so Gleicke.

Gleicke zeichnete eine authentische Beschreibung eines IST Zustands, der ohne Verklärung, Sentimentalitäten und Vorwürfen auskommt aber Dialog und Anerkennung fordert: „Wir Ostdeutschen haben die friedliche Revolution gemacht, die Mauer eingerissen und die Einheit ermöglicht. Für uns ist kein Stein auf dem anderen geblieben. Wir haben uns neu erfunden, fast alles neu aufgebaut und die schlimme Massenarbeitslosigkeit durchstanden. Ich fordere heute Respekt und Anerkennung der Lebensleistung der Menschen – auch der in der DDR erbrachten. Dazu gehört es auch den Vereinfachern, den Schönfärbern und den Schwarzmalern nicht die Deutungshoheit zu überlassen, sondern die Aufarbeitung der Prozesse, die wahrlich nicht rumpelfrei waren, anzugehen.“

Sicher wäre vieles einfacher gewesen, so Gleicke, hätte es eine Wiedervereinigung auf Augenhöhe gegeben mit einer DDR, die sich als Demokratie zunächst hätte eigenständig entwickeln können. Hierfür war in der damaligen großpolitischen Lage kein Raum und bei der Ostdeutschen Bevölkerung auch nicht gewollt. Sie fragte provokant: „Was ist bloß aus uns geworden? Vor 30 Jahren lagen wir uns in den Armen und konnten unser Glück nicht fassen und nur 5 Jahre später als „Der Spiegel“ 1995 das „Milliardengrab Aufschwung Ost“ aufmachte war die Stimmung gekippt und die Einheitsfreude dahin.“ Seitdem befänden sich die Ostdeutschen in einer Dauerschleife der Rechtfertigung, dass man doch mit dem vielen Westgeld auch Gutes bewirkt habe. Jeder ziehe sich in das Kämmerlein seiner Wahrheiten zurück. Fehler im Einigungsprozess gehörten benannt: Lohndifferenzen, Abwanderung junger Menschen, rigorose Abwicklung und Privatisierung und vieles mehr.

In der intensiven Diskussion wurde insbesondere die Ungleichheit der Lebensbedingungen angesprochen. Für ein weiteres Zusammenwachsen müsse das Augenmerk sowohl auf die schwachen Bereiche im Osten aber auch im Westen der Republik gerichtet werden. Gleicke warb deutlich für einen differenzierten Blick. Auch die Rolle der Treuhand wurde diskutiert. Obwohl man sie in der damaligen finanzpolitischen und großpolitischen Lage beurteilen muss, sind Fehler passiert sind, die eine Aufarbeitung erfordern. Auf die Frage, wie sie mit dem wachsenden Rechtsruck im Osten umgehe, sagte Gleicke, dass die AfD nicht nur ein Phänomen des Ostens sei, sondern z.B. in Baden-Württemberg bereits 2016 zweistellig in den Landtag gewählt worden sei. Im Osten würde die AfD mit der Forderung nach „Vollendung der Einheit“ politisches Kapital schlagen. Politisch müssen alle demokratischen Kräfte hier gegenhalten und die Deutungshoheit nicht der AfD überlassen, so Gleicke weiter. Offen faschistischen und rechtsradikal motovierten Exzessen und Straftaten müsse man mit der vollen Konsequenz von Polizei und Rechtsstaates

begegnen, https://lmmsmedia01.blob.core.windows.net/contenthub/images/image11-11-19-22.49.51-AS_Willkommen.jpgforderte sie.

Weisskirchen und Schröder-Ritzrau bedankten sich bei Gleicke und warben gemeinsam dafür, über das Thema mit Nachbarn und Freunden in den Dialog zu gehen. Schröder-Ritzrau kündigte an zu der in Walldorf-Werra zuständigen örtlichen SPD Kontakt aufzunehmen, um den innerdeutschen Ost-West Dialog auch auf regionaler Ebene innerhalb der SPD bilateral zu leben. Eric Haspel rundete den Abend mit einem fröhlichen Stück von Chopin ab.


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Sollten Schließungen tatsächlich nicht abgewendet werden können, braucht es eine ordentlich ausgestattete Transfergesellschaft mit einer zwölfmonatigen Laufzeit und guten Qualifizierungsmaßnahmen. Das Land darf sich einer finanziellen Beteiligung nicht verschließen, um die Transfergesellschaft besser auszustatten, die Laufzeit zu verlängern und den Beschäftigten bessere Anschlussperspektiven zu ermöglichen. Ich werde auch dem Landesvorstand der SPD am morgigen Samstag einen entsprechenden Beschluss vorschlagen", so unser Landesvorsitzender Andreas Stoch.

Resolution des Landesvorstands

Generalsekretär Sascha Binder verurteilt die Ausschreitungen in der Stuttgarter Innenstadt scharf: "Es ist absolut unzumutbar, wenn mitten in unserem Land bürgerkriegsähnliche Zustände vom Zaun gebrochen werden. Straßenschlachten solchen Ausmaßes kennen wir in Baden-Württemberg nicht und der Innenminister muss alles dafür tun, damit dies nicht zur Normalität wird. Ich wünsche allen verletzten Polizei- und Einsatzkräften eine baldige und gute Genesung."

Der SPD-Landesvorsitzende Andreas Stoch hat das von der Bundesregierung beschlossene Konjunkturpaket in Höhe von 130 Milliarden Euro als "enormen Kraftakt" bezeichnet.

"Ich habe immer gesagt, wir brauchen einen Rettungsschirm für unsere Kommunen, damit diese in die Zukunft investieren können", so Stoch. "Und das ist sehr gut gelungen." So werden auf Vorschlag der SPD insbesondere die krisenbedingten Ausfälle der Kommunen bei der Gewerbesteuer ausgeglichen. Zusätzlich übernimmt der Bund die Kosten der Unterkunft in der Grundsicherung.

 

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